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Simultandolmetschen

Beim Simultandolmetschen werden Beiträge gleichzeitig übersetzt, während der Redner seinen Vortrag hält. Der Dolmetscher sitzt in einer schalldämmenden Dolmetschkabine und hört den Beitrag des Redners über eine elektroakustisches System. Der Redner muss hierzu ein Mikrofon benutzen, der Ton wird dann auf den Kopfhörer des Dolmetschers übertragen. Sobald der Dolmetscher genügend gehört hat, also nach ein paar Sekunden, beginnt er mit der Verdolmetschung des Textes, indem er selbst in ein Mikrofon spricht. Das elektroakustische System überträgt dann die Verdolmetschung an entsprechende Empfänger und jeder, der einen dieser Empfänger hat, kann die Verdolmetschung hören.

Es ist also offensichtlich, dass es fast immer eine kurze Verzögerung zwischen dem Ende des Rednerbeitrages und dem Ende der entsprechenden Übersetzung gibt. (Es gibt auch Ausnahmen, etwa wenn ein Satz im Deutschen noch abgeschlossen werden muss, damit er grammatikalisch korrekt ist, aber bereits vorher klar ist, was noch kommen muss – in diesem Fall ist der Dolmetscher oft gezwungen, die noch fehlende Information vorauszuahnen (zu „antizipieren“), um sie etwa im Englischen an früherer Stelle im Satz einzubauen. Dadurch kann es gelegentlich vorkommen, dass er vor dem Redner fertig wird, ohne dass dabei Informationen verloren gehen.)

Es kann jedoch zu einem Informationsverlust kommen, wenn ein Redner zu schnell spricht. Dem Dolmetscher bleibt dann nicht genügend Zeit, sich zu überlegen, wie er etwas in der Zielsprache ausdrücken kann. Er muss dann einschätzen, welche Informationen nicht unbedingt notwendig sind und ausgelassen werden können – als Opfer der Geschwindigkeit und des höheren Ziels, die wesentliche Aussage zu transportieren. Wenn es jedoch unmöglich wird, noch den Hauptsinn der Aussage zu verdolmetschen, weil der Redner einfach davon galoppiert – was leider zu oft vorkommt – dann wird der Dolmetscher den Redner bitten, das Tempo zu reduzieren.

Allein aus rhetorischen Gründen ist es jedoch meist besser, langsam zu sprechen, sodass gute Redner einen Dolmetscher selten vor dieses Problem stellen.

 

 

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